Gestaltungsregeln für Mineralguss - Kontur


Wandstärken
Wandstärken

Die Wandstärke von Mineralgusskonstruktionen hängt generell vom Durchmesser des
größten Füllstoffkorns der verwendeten Rezeptur ab. Die Faustregel lautet: Wandstärke =
fünf- bis achtfacher maximaler Korndurchmesser. Das heißt, bei einem Material mit maximal
16 mm Korndurchmesser sollte die Wandstärke 80 mm nicht unterschreiten. Darüber
hinaus beeinflussen andere Faktoren wie z.B. die Füllhöhe, die Viskosität und die Komplexität der Gießgeometrie (Fließwege), die Wahl der Wandstärke. Unterschiedliche Wandstärken in einem Bauteil sowie abrupte Übergänge von dünnen zu dicken Wänden sind
aufgrund der geringen Eigenspannung im Werkstoff problemlos möglich.

Ausformschrägen
Ausformschrägen

Das Entformen des Rohlings erfordert Ausformschrägen an den Formsegmenten. Diese
betragen je nach Größe und Geometrie 5 bis 2°. Die entsprechenden Formsegmente haben
die Form von geometrischen Körpern wie z.B. Pyramiden- oder Kegelstümpfen. Um Konturen
und Funktionsräume im Gussteil ohne eine aufwändige Teilung von Formsegmenten
herstellen zu können, sind parallel verlaufende Flächen zu vermeiden.

Entlüften
Entlüften

Formsegmente und Eingießteile müssen so ausgelegt und fixiert sein, dass sie den einfließenden Mineralguss sowie die aus der Gießform entweichende Luft nicht behindern. Horizontale Flächen in Gießformen, gegen die der Mineralguss beim Vergießen steigt, sind
technologiebedingt luftblasenbehaftet und deshalb zu vermeiden oder mit einem maximalen
Winkel anzuschrägen.