Der Begriff Mineralguss wird heute in vielen Branchen verwendet – ob Investitionsgüter- oder Konsumgüterindustrie. In fast allen Fällen beschreibt er einen Verbundwerkstoff aus zwei wesentlichen Bestandteilen, einem mineralischen Füllstoffgemisch und einem Bindemittel auf Reaktionsharzbasis (Reaktionsharzbeton, Polymerbetone).
RAMPF Machine Systems beschäftigt sich ausschließlich mit Anwendungen von Mineralguss im Maschinenbau. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Maschinengestellen, -betten bzw. –unterbauten, also auf den tragenden Elementen von Maschinen. Hierfür entwickelte sich Mineralguss vom Metallersatz zum etablierten Gestellwerkstoff. 

1850

Die Industrialisierung in Europa, Mitte des 19. Jahrhunderts, war unter anderem gekennzeichnet durch die zunehmende Bedeutung von Stahl- und Eisengusswerkstoffen als klassische Konstruktionswerkstoffe für Maschinen und deren tragende Bauteile.

1917

Metallene Rohstoffe werden durch den ersten Weltkrieg zunehmend knapper. Georg Schlesinger, deutscher Maschinenbauingenieur und Betriebswissenschaftler, versucht, Gusseisen für Werkzeugmaschinengestelle und deren Führungsbahnen durch Zementbeton zu ersetzen. Der zu hohe Verschleiß der „Betonführungen“ verhindert die Akzeptanz dieser Idee. 

1944

Die Firma Boehringer stellt die erste Drehmaschine mit einem Untergestell aus Zementbeton her. 

1975

Die chemische Industrie stellt kalt härtende Reaktionsharzsysteme zur Verfügung, welche die Herstellung eines polymergebundenen Mineralguss (Polymerbeton) für hochpräzise Maschinengestelle ermöglichen.

1979

Praxisorientierte Arbeiten der Firmen Studer (Schweiz) und EPUCRET (Deutschland) sowie wissenschaftliche Untersuchungen für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt und das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen erbringen den Nachweis, dass sich der neue Werkstoff für Maschinengestelle eignet.

Es folgen intensive Untersuchungen von möglichen Reaktionsharzen (ungesättigte Polyester-(UP-) und Methacrylat-(MMA-)Harze). Epoxidharze (EP-Harze) setzen sich für die Herstellung von Mineralguss durch.

90er Jahre

Aufgrund der nachweisbaren Vorteile des Gestellwerkstoffes entwickelt sich eine leistungsfähige Mineralgussindustrie für den Maschinenbau. Branchen, in denen höchste Präzision zählt (Werkzeugmaschinen, Halbleiter-Produktionsequipment, Messmaschinen), arbeiten verstärkt mit dem innovativen und leistungsstarken Werkstoff Mineralguss. Weitere Anwenderindustrien sind die Medizin-, Druck- und Werkzeugtechnik sowie Kraft-, Optik-, Holzbearbeitungs-, Verpackungs- und Textilmaschinen.

Seit 2000

RAMPF Machine Systems hat sich als Branchenführer etabliert. Für den Maschinenbauer ist RAMPF Entwicklungspartner und Systemlieferant zugleich. Moderne Engineering-Dienstleistungen wie FEM-Berechnungen gehören ebenso zum Leistungsumfang, wie spanlose Genauigkeitsabformung, Verklebung und Komplettierung. Die Verbindung von Potenzialen der Mineralgusstechnologie auf der einen sowie der Adaptronik und Mikrotechnik auf der anderen Seite führen zu völlig neuen Lösungsansätzen für intelligente Mineralgusskomponenten.

2012

Weltweit werden ca. 40.000 t Mineralguss für Maschinengestelle vergossen. In Europa wird ca. jede 7. Werkzeugmaschine mit einem Mineralgussgestell ausgeliefert. In zwei autarken Werken produziert der Branchenführer EPUCRET täglich zwischen 15 und 20 Maschinenbetten aus Mineralguss. Neue Werkstoffentwicklungen werden in der Praxis eingesetzt, wie z.B. ein Röntgenstrahlen absorbierender und antibakteriell wirkender Mineralguss.